Die Kelten

 
Die keltische Religion

ie schon an anderer Stelle erwähnt, ist es eher wenig, was wir über die Religion der Kelten wissen. Jedoch hatte die Natur bei der Götterverehrung eine ganz besondere Bedeutung. Ursprünglich verehrten die Kelten ihre Götter in Form von Naturerscheinungen, also Quellen, Felsen und die Sonne. Erst später, nach dem Kontakt mit anderen Kulturen, erhielten sie menschliche Gestalt.

ie Orte, die man früher als göttlich verehrte, wurden zu heiligen Plätzen, an denen Rituale durchgeführt wurden. Deshalb findet man solche Heiligtümer oft an Quellen, auf Hügeln oder in Eichenhainen. Die Natur war für sie voller sagenhafter Geschöpfe und Geister. Die Götter waren allgegenwärtig und konnten in verschiedenen Gestalten erscheinen. So erklärt es sich, daß die Menschen im keltischen Siedlungsraum sehr religiös waren.

iele der religiösen Bräuche waren geheim und wurden nur von den Priestern (den Druiden) durchgeführt. Andere erforderten die Mithilfe des gesamten Stammes und gaben so auch den einfachen Menschen Einblick in die Riten. Auf diese Weise konnten sie mit den Mythen und den alten Geschichten zusammen überliefert werden. Auch archäologische Funde vervollständigen unser Bild über die keltische Religion, auch wenn man dabei nicht wirklich von Vollständigkeit sprechen kann.

rundsätzlich kann man die keltischen Götter als abstrakt beschreiben, auch wenn sie menschlich erscheinen. In ihren Funktionen und Aufgaben sehr vielfältig und oft unterschiedlich, nicht in das klassische Muster Gut-Böse einzuteilen und den Interpretationen viel freien Raum lassend, ist eine genaue Einteilung und Beschreibung nicht möglich.

ei den Göttern der Kelten gab es von je nach Stamm Unterschiede. Manche Götter waren ausgesprochene Stammesgötter, wie zum Beispiel Sequana oder Brigantia. Andere wurden dagegen in allen keltischen Gebieten verehrt, wie es zum Beispiel beim Sonnengott Lugh der Fall war. Obwohl Götter wie Lugh bei allen Stämmen bekannt waren, konnte es trotzdem sein, daß man ihnen mitunter verschiedene Eigenschaften zuordnete.

as führte dazu, daß es eine beinahe unüberschaubare Vielfalt von Göttern und Göttinnen in allen Variationen gab. Trotz dieses Durcheinanders und aller Unterschiede übernahmen die Druiden die religiöse Führung. Sie gehörten keinem Stamm an, sondern waren landesweit organisiert, mit einem Vorsitzenden an der Spitze. Diese Struktur stellte wenigstens in religiöser Hinsicht eine gewisse Einheit unter den Kelten her.

atürlich hatte das nur geringe Einflüsse auf die Grundzüge freligiöser Kunst, in der Kunst finden sich überall ähnliche Darstellungen der mythologischen Gedankenwelt. Abweichungen kommen aufgrund von noch nicht übernommener Techniken und Motive zustande, was nur eine Frage der Zeit war. Ein schönes Beispiel ist der Fussreifen, aus Grabbeigaben lässt sich die allmähliche Verbreitung dieses Schmucks als Statuszeichen in Böhmen sehr gut nachvollziehen - ausgehend von Italien und der Schweiz. 

nsgesamt kann man aber festhalten, dass die Kelten allgemeine Grundprinzipien des Glaubens befolgten. Es gab sowohl Lichtgötter als auch Totengötter, Allväter, Allmütter und Orte, zu denen man nur mit Erlaubnis der Götter Zugang hatte. Insbesonders trifft dies auf die mythischen Orte Irlands zu, die Hügel und Flüsse, in denen sich die Tuatha Dè Danann zurückgezogen hatten und eine eigene Welt bildeten. Zudem hausten in der Anderswelt dem Sinnen nach fremdartige, zum Teil als böse zu beschreibende Götter, die aber auch ihre Berechtigung hatten und Respekt verdienten.

eligiöse Feiertage lagen wie bei vielen Kulturen an astrologisch besonderen Tagen, sowohl Wintersonnen- als auch Sommersonnewende, Wintertag- und Sonnentaggleiche und Vollmondzyklen spielten in ihrem religiösen Alltag eine wichtige Rolle. So bestand der keltische Kalender aus 13 Monaten á 28 Tagen zuzüglich einem Schalttag (was sowohl dem Mondzyklus als auch dem weiblichen Zyklus gewidmet sein könnte) und begann am 24. Dezember.

Quelle: Internet, nachbearbeitet

Literatur: Ingeborg Clarus "Die Keltischen Mythen", Venceslas Kruta "Die Kelten"