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Die Futhark-Runen
 

Futhark Futhark Futhark Futhark Futhark Futhark
A B C D E F
ansuz - Ase berkanan - Birkenreis dagaz - Tag ehwaz - Pferd fehu - Vieh, Fahrhabe

Futhark Futhark Futhark Futhark Futhark Futhark
G H I J K L
gebo - Gabe hagla - Hagel eisaz, isaz - Eis jeran - (gutes) Jahr kaunan - Geschwür laukaz - Lauch

Futhark Futhark Futhark Futhark Futhark Futhark
M N (NG) O P R S
mannaz - Mensch ingwaz - Fruchtbarkeitsgott opala, opila - Erbbesitz perpo raido - Ritt, Wagen sowe/o - Sonne

Futhark Futhark Futhark Futhark
T (TH) U W Z (Z,-R)
purisaz - Thurse, Riese uruz - Ur, Auerochse wunjo - Wonne algiz - Elch

Die oben dargestellten Schriftzeichen gehören zu der "Gemeingermanischen Runenreihe", auch Futhark genannt und so unter anderen im Altdeutschen Lesebuch (5. Auflage, Teil VII, 1959) dargestellt. Runen sind uns aus verschiedenen Quellen bekannt und haben sich auf vielen Steininschriften erhalten. 
Es gibt sie inzwischen auch als Schriftsatz für den Computer.  

Das von Peter Arens in seinem Werk "Die Völkerwanderung der Germanen" (tosa-Verlag, 2006) verwendete Runenalphabet unterscheidet sich geringfügig bei den Runen ei, h, i, j, n, ng, s, t, u, z. Die oben erwähnten Bedeutungen stammen aus dieser Quelle. Wie bei so einigen uns fremden Schriftzeichen (manche stehen ja auch auf chinesische Symbole) gibt es Leute, die den Runen spezielle Bedeutungen und Kräfte nachsagen - als nicht abergläubische Menschen steht uns eine solche Deutung fern.

Allgemein lässt sich sagen, dass die Germanen weitgehend weder lesen und schreiben konnten, auch wenn Runen ab dem 2. Jahrhundert auftauchen (und wahrscheinlich vom etruskischen Alphabet abgeleitet sind). Das Wort runa (gotisch) ist eine Übersetzung des griechischen mysterion (Geheimnis), was wie auch deren Verwendung auf einen engen Kreis schliessen lässt, auch eine hauptsächlich kultisch-religiöse Bedeutung ist denkbar. Gefunden werden sie auf Waffen, Schildbuckeln, Fibeln, Schmuck und Gedenksteinen. Interessant ist der Ansatz, dass unser Wort Buchstabe von den gerne in Buchenstäben geritzten Runen abstammt.

Das bekannteste germanische Schriftwerk ist wohl der Codex argentus, eine im frühen 6. Jahrhundert entstandende Abschrift der Gotischen Bibel von Bischof Wulfila [Das gotische Vaterunser]. Dieser übersetzte die Bibel im 4. Jahrhundert aus dem lateinischen ins gotische, entwickelt dafür ein eigenes Alphabet - aus griechischen, lateinischen und runischen Buchstaben.

 

 Literatur: Peter Arens, "Die Völkerwanderung der Germanen", Altdeutsches Lesebuch