- Britannien -

Die Geschichte Britanniens bis 1066

 

Altsteinzeit

50.000 v. Chr.

Erste menschliche Spuren, im eiszeitlichem Klima leben Jäger und Sammler.

30.000 v. Chr.

Der moderne Mensch besiedelt Südengland.

10.000 v.Chr.

Ende der Würmeiszeit, Britannien ist eisfrei, über die noch bestehende Landbrücke zum Kontinent kommen Einwanderer, Siedlungen entstehen. Langsam zieht sich das Eis auch aus Schottland und Irland zurück.

6.000 v. Chr.

Die Eisschmelze bricht die Landverbindung zum Kontinent ab, der Ärmelkanal füllt sich mit Wasser (steigender Wasserspiegel???).

 

Jungsteinzeit

5.000 v. Chr.

Kontinentaleuropäische Einwanderer erreichen Südengland, sie bringen die Landwirtschaft mit und werden als Bauern sesshaft.
è Megalitkultur, neolithisch

 

Bronzezeit

2.500 v. Chr.

Neue Siedlergruppen der Glockenbecherkultur, sie errichten unter anderem Stonehenge. Steinwerkzeuge werden allmählich durch Metallwerkzeuge und Waffen ersetzt.

1.200 v. Chr.

Eine besonders grosse Einwanderungswelle aufgrund der begehrten Zinnvorkommen. Die Siedler bringen u.a. neue Bestattungsformen mit (Einzelgräber mit Beigaben).

 

Eisenzeit

900 v. Chr.

Die Kelten kommen, sie beherrschen die kunstvolle Verarbeitung der Bronze und bald darauf das Verarbeiten von Eisen. Die keltische Siedlungs- und Wirtschaftsweise bringen sie mit. Durch die Kelten gibt es Kontakte zu den Festlandskelten (Hallstadt) und der sich anschliessenden La-Tène-Kultur.

175 v. Chr.

Angehörige des gallische Stammes der Belgen ziehen nach Südengland und Wales.
Autoren erwähnen erstmals die Pikten, welche sich in Schottland niedergelassen haben. In Irland leben Abkömmlinge der Kelten, die Skoten genannt werden.

 

Romanisierung

55/54 v. Chr.

Rom wird auf Britannien aufmerksam (Metallvorkommen bzw. da die Belgen den Galliern im Kampf gegen Rom helfen).
Cäsar startet einen Feldzug nach Britannien.

45

Nach harten Kämpfen gelingt es Kaiser Claudius, den keltisch-britischen Fürsten Cunobelin mit der Hauptstadt Colchester zu besiegen. Britannien wird romanisch.

120

Die romanische Expansion kommt endgültig zum Stillstand – Der Hadrianswall wird durch den gleichnamigen Kaiser am Rande der Highlands errichtet.
Hauptstadt der Provinz (weitgehend die Lowlands im Südosten und Wales) wird London (Grossstadt mit 30.000 Einwohnern). Fernstrassen führen zu weiteren Städten wie Colchester, Lincoln, Glouchster und York.

367

Die Pikten durchbrechen den Hadrianswall, die Scoten in Irland starten Raubzüge an der Westküste, an der Südostküste plündern sächsische Piraten Schiff und Küstenorte.
Doch Rom kann kaum noch helfen...

410

Die Stadt Rom wird von den Goten eingenommen, Britannien ist nicht mehr Teil des römischen Imperiums. Der keltische Machthaber Vortigern übernimmt die „Herrschaft“. Die Städte werden verlassen und verfallen, lediglich London bleibt bewohnt.

 

Kampf um die Ordnung

430

Vortigern holt sich im Kampf gegen die nicht zu bändigenden Pikten Hilfe – kampferprobte germanische Hilfstruppen aus Sachsen kommen ins Land.
Die Pikten können besiegt und wieder zurückgedrängt werden.

450-495

Ein Teil der Sachsen starten unter den Brüdern Hengist und Horsa einen Eroberungsfeldzug und begründen das Königreich Kent. Verstärkung bekommen sie von den Angeln und den Jüten.
Die Briten wehren sich lange, unter anderem unter ihrem römisch-britischen Anführer Ambrosius Aurelianus. Grundlagen der Artus-Saga...

477

Heerkönig Aelle wird zum König von Sussex (Südsachsen) erhoben und trägt den Titel des bretwalda („Britannien-Herrscher“).

495/500

Schlacht bei mons badonicus, die Briten besiegen die Angelsachsen, es herrscht wieder Ruhe.

 

Angelsächsische Landnahme

520-550

Eine weitere angelsächsische Einwanderungswelle unter Fürst Cedric erreicht Britannien, mit ihnen kommen auch Friesen, Alamanen und Franken. Jüten erobern die Insel Wight.

 

Die Sachsen gründen die Königreiche Wessex (Westsachsen), Sussex (Südsachsen) und Essex (Ostsachsen).

 

Die Angeln erobern das Land nördlich der Themse bis zum Rand der Highlands und gründen die Königreiche East-Anglia, Mercia und Northumbria.

 

Im Königreich Kent lebt eine gemischte Bevölkerung mit Kontakten zu den fränkischen Merowingern (das Geschlecht Karls des Grossen), die Kleidung ist fränkisch geprägt.

 

Die unterlegenenBriten (brettones) gründen von den Angelsachsen unabhängige, eigene Reiche in Cornwall (Dumnonia), Wales und Schottland (Strathclyde).

597

Der Mönch Augustin missioniert Britannien, das christliche Zentrum ist Canterbury. König (und bretwalda) Aethelbert von Kent lässt sich taufen, Augustin wird Erzbischof.

 

Die Frühsächsische Epoche, auch das Heldenzeitalter genannt – Die Sieben Königreiche

 

Kriegsherren streiten um die Vorherrschaft unter den Angelsachsen, der Mächtigste unter ihnen trägt den Titel „bretwalda“.
Die verlassenen Städte werden wieder in Besitz genommen (oder was noch übrig ist).

664

Einigung der beiden Kirchen (römisch-christlich vs. Irisch-christlich) auf den römischen Ritus.

757-796

Der bretwalda Offa von Mercia errichtet gegen die Briten in Wales einen Schutzwall, Offas Dyke genannt. Offa nennt sich selber „rex totium Anglorum patriae“.

802-839

Egbert von Wessex erringt die Herrschaft und holt sie endgültig nach Wessex.

 

Die Dänen kommen (spätsächsische Zeit)

793

Das Kloster Lindisfarne (eines der christlichen Zentren, kulturell bedeutsam!!!) wird von wikingischen Piraten überfallen und geplündert.
Norweger und Dänen setzen Segel und überfallen immer wieder Dörfer an der Küste (und London).

839-865

Dänen lassen sich an der Südostküste Englands nieder – Aethelwulf, Aethelbald und Aethelbert können sie noch aufhalten.

865

Den Dänen gelingt eine dauerhafte Invasion in Kent. Sie können nach und nach alle angelsächsischen Königreiche bis auf Wessex besetzen.

871

Alfred „der Grosse“ organisiert den Widerstand und nutzt den Waffenstillstand, um sein Reich neu zu organisieren und zu stärken.

886

Alfred kann den Dänen London entreissen und zu einem Friedensvertrag bewegen. Die Dänen erhalten ein eigenes Herrschaftsgebiet (Danelag) und bekommen 10.000-48.000 Pfund Silber jährlich als Tribut (Danegeld).
Im Gegenzug akzeptieren die Dänen den König Britanniens als ihren Repräsentanten.

899-924

König Eduard der Ältere wird nun auch von den Schotten als „Oberkönig“ anerkannt. Zudem kann er sich in York, einer Enklave der Norweger durchsetzen und die walisischen Könige zu Tributzahlungen verpflichten.
Der König von England vereint nun Britannien, Schottland und Wales und trägt den Titel „rex totius britanniae“.

 

Der Ausklang

1016

König Aethelred II. plant, alle Dänen an einem Tag zu ermorden, um das Danegeld zu beenden. Das Vorhaben scheitert, als Folge dessen geht in dem Konflikt der Däne Knut als König von England hervor.

1016-1042

Knut erringt ebenfalls die Herrschaft Dänemarks und Norwegens, ein skandinavisches Grossreich entsteht.

1042-1066

Knut stirbt ausserhalb Englands, Eduard (Aedward) „der Bekenner“ übernimmt die Macht. Zur Stärkung seiner Position gegen die Earls holt er Normannen an seinen Hof, unterhält enge Beziehungen zu Herzog Wilhelm der Normandie.

1066

Nach dem Tode Eduards kommt es zu Streitigkeiten um den Thron – sowohl der mächtigste Earl Harald als auch Herzog Wilhelm erheben Anspruch auf das Erbe...

Literatur: Karfunkel 61